Orientierung

Welche Stufe passt zu deinem Kind?

Auf Malbüchern steht eine Altersangabe. Die sagt wenig — Kinder sind unterschiedlich weit, und „ab 3" bedeutet bei jedem Verlag etwas anderes. Nützlicher ist, was das Kind mit dem Stift schon tut.

Stufe 1 · meist ab 3

Es malt kräftig, aber quer über das Bild

Der Stift wird noch mit der Faust gehalten, die Striche gehen über den Rand hinaus. Das ist völlig normal und keine Frage von Übung, sondern von Hand und Handgelenk.

Was hilft: Ein einziges großes Motiv, sieben Flächen, dicke Konturen. Wenn die Fläche groß genug ist, bleibt selbst ein wilder Strich drin.

Stufe 2 · meist ab 4

Es bleibt meistens drin, verliert aber schnell die Lust

Die Linien werden getroffen, aber nach der dritten Fläche wird es langweilig. Das Kind braucht mehr zu entscheiden, nicht mehr zu malen.

Was hilft: Zwei Motive im Bild, die zusammengehören — Kuh und Kalb, Traktor und Anhänger. Es entsteht eine kleine Geschichte.

Stufe 3 · meist ab 5

Es fragt, welche Farbe wohin gehört

Jetzt geht es nicht mehr um Motorik, sondern um Absicht. Der Himmel soll blau sein, das Gras grün, und der Traktor bitte genau so wie beim Nachbarn.

Was hilft: Szenen mit Hintergrund — Zaun, Hügel, Stall. Mehr Flächen, die unterschiedliche Entscheidungen verlangen.

Stufe 4 · meist ab 6

Es malt zwanzig Minuten am Stück an einem Bild

Ausdauer ist da, Feinmotorik auch. Zu einfache Bilder werden jetzt links liegen gelassen.

Was hilft: Ganze Szenen mit vielen kleinen Flächen. Ein Bild, an dem man zweimal sitzen kann, ohne dass es fertig wird.

Und wenn ich mich vertue?

Nicht schlimm — deshalb stecken in jedem unserer Bücher alle vier Stufen. Du fängst vorne an, und wenn es zu leicht wird, blätterst du weiter. Wenn es zu schwer wird, blätterst du zurück. Ein Buch hält damit ungefähr drei Jahre, und für Geschwister funktioniert es sowieso besser als zwei getrennte Bände.

Drei Dinge, die keinen Unterschied machen

  • Teure Stifte. Dicke Wachsmalstifte aus dem Supermarkt sind für kleine Hände besser als ein Markenset mit dünnen Buntstiften.
  • Die richtige Stifthaltung. Die kommt von selbst, ungefähr im fünften Lebensjahr. Korrigieren bringt nichts außer Frust.
  • Fertig werden. Ein halb ausgemaltes Bild ist kein abgebrochenes Bild. Die meisten Kinder in dem Alter malen, bis es genug ist — nicht, bis es fertig ist.